In der ersten Phase durchstreift der Tiger den Dschungel auf der suche nach Beute. Der Tiger ist wild und frei. Er findet Beute, beobachtet und umschleicht sie, doch als er zum Sprung ansetzen will, lange bevor er begreift was wirklich geschehen ist, wird er getroffen und schläft ein. Er ist selbst zur Beute geworden.

In der zweiten Phase gewöhnt sich der Tiger an diejenige, die ihn überlistet hat. Der Tiger ist weder frei, noch wild. Er versteht, dass er der Unterlegene ist, unter Beobachtung steht, und er lässt sich zähmen. Er behält seinen Willen, aber er tut was sie von ihm verlangt, denn er hat es warm und ist versorgt. Ihm wird klar, dass er ihr gar nichts tun möchte. Der Tiger ist zur Katze geworden.

Die Katze lernt in der dritten Phase, wieder Tiger zu sein. Der Tiger kann frei sein und wild.  Irgendwann weiß er, wann er Katze und wann er Tiger sein muss um ihr zu gefallen und hält sich daran. Ihm ist klar, dass er älter geworden wäre und irgendwann nicht mehr hätte jagen können. Dann wäre der Tiger verhungert oder jüngeren Artgenossen zum Opfer gefallen. So aber hat er es warm und ist versorgt.

Es mag vorkommen, dass der Tiger durchdreht, sie anfällt und verletzt oder sogar tötet. Wenn das passiert, war die Zeit der Zähmung noch nicht gekommen.

© G.D.