(für A.)
Wie ein nächtlicher Raum mit offenem Kaminfeuer und Blick durch eine riesige Glasfront über einen kleinen Strand auf ein tosendes, aufgewühltes Meer, das doch nicht heran reicht an die Wärme und Sicherheit.
Das Knistern des Feuers, gedämpftes, dunkles Grollen der Brandung und das leise Reiben des Windes an den Seiten des Gebäudes.
Der Geruch von Holz, Glut, Wärme und Sommerwind.
Eine friedliche Unruhe, voller Gewissheit, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun. So beginnt es.
Schönheit, die ihresgleichen sucht, ausgebreitet vor mir, in diesem wohlig warmen Raum der seine aufmerksamen Augen gelassen auf die draußen tobenden Unwetter richtet. Licht, Helligkeit und Glanz. Alles leuchtet, funkelt, glitzert und strahlt.
Zwei Atem und ein ebenfalls gierig nach Luft ringendes, das dumpfe Dröhnen des Wassers verspeisendes Rauschen des Feuers, das verzweifelte Brüllen und Reißen des Windes, der zum Feuer möchte, um es noch stärker anzufachen und mit seiner Macht auszustatten. Das Tuscheln von Stoff auf Stoff, das Raunen von Stoff auf Haut und das klebrige, verheißungsvolle Flüstern von Haut auf Haut.
Der Geruch von Ruhe, Kraft, Zuversicht und zu Hause lässt die Stille vibrieren; jener sanfte Duft von Haut, einer Spur Frische, und etwas Rauch reißt jeden Gedanken an sich und ein Hauch von Salz verbindet alles zu diesem einen Wunsch.
Behagliche Spannung auf das, was noch kommen mag. Der im ersten Augen-Blick als Illusion abgetane Funke, der schon lange zum Feuer geworden ist, schwingt sich zum Flächenbrand auf, fällt über den Raum her und lässt Funken fliegen, die sich mit jenen des Kaminfeuers und den Sternen am Nachthimmel zu einem entrückten Firmament vermischen. Ein wenig Rauch der Vergangenheit, ein paar Angstflocken, aufgewirbelt von der Hitze, flirren – den Himmel in keiner Weise beeindruckend – davor vorbei. So geht es weiter.
Glühende, blühende Lebendigkeit; errötet, gerötet und glücklich abgekämpft. Ein heruntergebranntes Feuer unter unvermindert leuchtendem Sternenhimmel, neben ruhig und schwarz am Strand liegendem Wasser.
Schnelles, aber rasch verlangsamendes Atmen. Eine Flaute die das Geräusch der Stille entdeckt. Verhaltenes Knistern im Kamin, gelegentliches Rascheln von Stoff unter puristischer, minimalistischer Bewegung.
Salzgeruch, der Geruch der Behaglichkeit und des echten und reinen verströmen eines der wenigen bekannten Aromen des Glücks und der Zufriedenheit.
Wasser, das den Durst löscht und den Feuersturm in seine Schranken weist. Kaltes Wasser, das geschlagene und aufgerissene Wunden kühlt und reinigt, das die beinahe ins Unerträglich gesteigerte Hitze aufnimmt und danach als badewarme Wohltat verweilt. Eine zurückbleibende Erkenntnis, das alles seine Richtigkeit hat und an genau dem ihm bestimmten Platz ruht. Das Gefühl, nichts falsch machen zu können und ein rasch verfliegender Moment der Unbesiegbarkeit. So endet es.
© G.D.
Hinterlasse einen Kommentar