Der Eine weiß schon und er springt,
die Augen haben‘s ihm verraten.
Der Andre weiß nichts und versinkt,
er stolpert, hadert, stößt sich, hinkt,
und kann es dennoch kaum erwarten.

Der Andre bremst trotz eig’nem Drang,
der Eine schmunzelt leis‘ und weise.
Er zieht den Andren ohne Zwang
bestimmt mit sich den Weg entlang,
auf der ihm unbekannten Reise.

So sicher ist der Erste sich,
um so unsicherer der Zweite.
Ihm glaubt voll Angst der Eine nicht,
dreht stets nach hinten sein Gesicht,
der Andre lächelt breit ins Weite.

Der Eine mutmaßt und wägt ab,
der Andere grinst breit und breiter,
Der Zweite geht erst, dann im Trab,
es zieht ihn vorwärts wie bergab,
und er den Ersten mit sich weiter.

Am Ende wird’s passier‘n wie immer:
Die Augen tauchen auf und schauen
den Andren an mit Sternenschimmer,
Der Erste wird ihn niederhauen,
und niederringen auf den Grund
der ihm gefehlt hat bis zur Stund‘.
Der Zweite wird sich letztlich fügen,
ganz still und brav am Boden liegen,
um endlich doch noch zu vertrauen.

Kopf und Herz

(für Svenja)

© G.D.